Nach dem Master – Start-Up!

Eine Master-Absolventin wird ihr eigener Chef

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist für viele Master-Absolventen ein Traum – ein Traum, den sich Katrin Bächstädt erfüllte, als sie mit ihrer Kommilitonin Kathrin Schönmeier die Agentur SYNCHRONSCHWIMMER GmbH ins Leben rief. Wir haben sie interviewt, um Einblicke in den Alltag einer Start-Up-Gründerin zu bekommen.

Was hat dich dazu bewegt, nach dem Master ein Start-Up zu gründen?

Wir hatten neben unserem Studium (Kommunikationsdesign) schon die Möglichkeit, erste Kunden zu akquirieren bzw. kleinere Aufträge zu erhalten. Meine Kollegin und Geschäftspartnerin hatte nach Ihrem Umzug nach Frankfurt dann verschiedene Jobs als Freelancer bearbeitet; ich bin nach einem Praktikum im Ausland dazu gestoßen. Nach einiger Zeit haben sich die Aufträge vermehrt und somit rückte die Entscheidung, ein Unternehmen zu gründen, in den Fokus. Zum einen, um abgesichert zu sein, zum anderen, um mit einem gemeinsamen Auftritt auf Kunden zugehen zu können. Mit vereinten Kräften war man auch in der Lage, umfangreichere Aufträge zu bearbeiten.

In welcher Branche bist du mit deinem Start-Up tätig? Bitte beschreibe das Tätigkeitsfeld der Firma.

Unser Büro bietet Leistungen in folgenden Bereichen an:
Grafik Design (print und digital), Informationsdesign, Branding, Konzeption, Strategie. Wir gestalten Informationen zielgruppengerecht. Von Corporate Identity über Konzeption von Geschäftsberichten bis hin zu digitalen Projekten.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Meine Arbeitszeiten: 9:30 – 20:00 Uhr (im Durchschnitt).

Der Tag beginnt mit dem Lesen und Bearbeiten von E-Mails. Danach besprechen wir die anstehenden Projekte und verteilen die verschiedenen Aufgaben. Neben dem Bearbeiten von Aufträgen, also z.B. der Konzeption und Gestaltung eines Projektes, fallen auch Dinge an wie: Angebots- und Rechnungserstellung, Buchhaltung etc.
Diese Dinge zusammen mit der Projektplanung und Organisation intern nimmt nicht wenig Zeit in Anspruch. Oftmals unterschätzt man diese Aufgaben, welche aber extrem wichtig sind für das Bestehen des Unternehmens, da sie die Grundlage sind für Neuaufträge, gutes Projektmanagement und Kundenzufriedenheit. 

Was genießt du besonders daran, dein eigenes Unternehmen zu haben?

Man kann das meiste selbst entscheiden. Außerdem ist mein Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich, da ich sowohl mit Menschen (Besprechung mit den Kunden) zusammenarbeite, also auch verschiede Aufgaben tagsüber bewältigen darf. Die kreative Herausforderung ist dabei sehr interessant und fordert einen im positiven Sinne.

Inwiefern hat dich dein Studium auf deine berufliche Laufbahn vorbereitet?

Im Nachhinein betrachtet war die gestalterische Ausbildung sehr gut und breit gefächert. Ich kann sagen, dass der Grundstein für die Kompetenz der Problemlösung und die konzeptionelle Herangehensweise an ein Projekt durch mein Studium gelegt wurden.
Die Vorbereitung war nicht optimal in Bezug auf Kundenakquise, Rechnungsstellung, Preisgestaltung oder auch die Anforderungen an einen Freiberufler bezüglich Versicherung, Steuern, Voraussetzungen etc. Das Wissen dazu konnten wir uns erst durch die eigenen Erfahrungen aneignen.

Was würdest du Master-Studenten und angehenden Jungunternehmern raten? Gibt es Kenntnisse/Fähigkeiten, die man sich auf jeden Fall erarbeiten sollte, wenn man ein Start-Up gründen möchte?

Es bietet sich auf jeden Fall an, ein Seminar der IHK oder andere Infoveranstaltungen zum Thema Unternehmensgründung zu besuchen. Dadurch bekommt man zunächst einen groben Überblick über die Dinge, die man wissen muss und die Anforderungen, die es zu erfüllen gilt. Die Erstellung eines Business-Plans fand ich persönlich auch sehr hilfreich, da man sich selbst positionieren muss und das Ganze als ein reales Szenario durchspielt. Man wird sich bewusst, an was man alles denken sollte und an welchen Stellen man noch nicht genug vorbereitet ist.

Ich finde den Austausch mit anderen Unternehmern oder Start-Ups auch extrem wichtig. Keine Angst haben, Fragen zu stellen oder um Tipps zu bitten!

Ein bisschen Geduld und Spucke gehört natürlich auch dazu! :)